CEO-Kommunikation – wie kommuniziert man im Todesfall?

CEO-Kommunikation – wie kommuniziert man im Todesfall?

Wie die Kommunikation beim Verlust eines Partners stattfindet, ist immer eine persönliche Entscheidung, die unter Berücksichtigung der individuellen Umstände getroffen werden muss. Das gilt nicht nur für CEOs, sondern auch für jeden, der einen geliebten Menschen verliert. Ein CEO geniesst aufgrund seiner Position natürlich eine breitere Aufmerksamkeit als eine Privatperson.

Der Tod eines Lebenspartners ist ein persönlicher Verlust, der mit sehr grossem Schmerz und Trauer verbunden ist. Es ist daher wichtig, dass ein CEO in solch einer emotional herausfordernden Situation professionell und mit Integrität kommuniziert.

Erfolgsfaktoren: Emotionen, Empathie und Authentizität

Grundsätzlich liegt es an dem einzelnen CEO zu entscheiden, wie er mit solch einer schwierigen Situation umgehen und diese kommunizieren möchte. Hierbei gilt es zu unterscheiden: Kommuniziere ich den schmerzhaften Verlust des Partners überhaupt öffentlich? Und wenn ja, dann ausschliesslich über den privaten, eigenen Social-Media-Kanal? Oder teile ich den Verlust und grossen Schmerz auch über den Social-Media-Kanal des Unternehmens, also unter der Unternehmensmarke?

Wichtig: Wenn der Lebenspartner des CEOs eine wichtige Rolle im Unternehmen gespielt hat, muss man den Tod öffentlich und auch über die Unternehmensplattform thematisieren.

Bei börsenkotierten Unternehmen fällt dies unter Ad-hoc-Relevanz, insofern der Verstorbene ein führendes Mitglied der Geschäftsleitung war. Da stellt sich die Publizitätsfrage nicht. Und trotzdem kommt es hierbei auf das «Wie» an.

Bei Ad-hoc-Relevanz sollte sich der CEO jedoch ausschliesslich auf den Verlust des Lebenspartners, besser noch betitelt als «Mitglied des Management-Teams» fokussieren. In der Pressemitteilung sollte darauf hingewiesen werden, wer «ad interim» diese Rolle im Unternehmen tragen wird, wie es weiter geht. Dies vermeidet unangenehme Rückfragen von Journalisten. Ist zum Zeitpunkt des Todes noch kein Nachfolger bekannt, kündigt man zumindest die Bekanntgabe innerhalb eines bestimmten Zeitraums an. Emotionen und Trauerbekundung sind angemessen und wirken authentisch.

Falls der Verstorbene nicht Mitglied der Geschäftsleitung eines Unternehmens war:

Die Kommunikation über den Unternehmenskanal kann kritisch von der Öffentlichkeit begutachtet werden, wenn der verstorbene Lebenspartner nicht im Management-Team oder Kader des Unternehmens war.

Dies könnte (muss nicht, aber kann) von der Öffentlichkeit als unethisch eingestuft werden und das öffentliche Vertrauen in den CEO und das Unternehmen schädigen.

Natürlich wird die Offenlegung des Verlusts des Lebenspartners Verständnis und Empathie für den CEO wecken. Der Austausch sowie das Mitgefühl von anderen können in einer solch schwierigen Zeit hilfreich und emotional unterstützend sein; und nichts ist authentischer als dies als Privatperson zu tun.

Achtung sei geboten: Die Offenlegung des persönlichen Verlusts – auch auf dem persönlichen Social-Media-Kanal – kann jedoch auch missbraucht werden. Der CEO (je nach Beliebtheitsgrad in den Medien) könnte zum Beispiel von den Medien kritisiert oder sogar verbal angegriffen werden. Oder «Hater» können dazu animiert werden, diesen Post in einen Shitstorm zu verwandeln. Ein Zustand, der in der Trauer unerträglich werden kann.

Es wäre daher ratsam, dass ein CEO, der sich in einem emotionalen Ausnahmezustand befindet, bei der Entscheidungsfindung über die Art und Weise der Kommunikation professionelle Hilfe in Anspruch nimmt.

Unabhängig davon, welche Entscheidung der CEO trifft, ist es wichtig, dass er mit Mitgefühl und Respekt behandelt wird. Der Tod eines Lebenspartners ist ein schwerer Verlust, und der CEO sollte die Zeit und den Raum haben, um zu trauern. Wie er diese Trauer auslebt, liegt in seinem eigenen Ermessen.